Geflüster Des Vergessenen Hains

Über die Authorin

Claudia Ulm: Die Boho-Wächterin von Pfoten und Sinn
Sie ist ein Wirbelwind aus Farbe und Mitgefühl – ein Paracord-schwingendes Kraftpaket, das Knoten in Rettungsleinen verwandelt. Mit einem Herzen, das groß genug ist, um über 60 pelzige Seelen zu beherbergen, ist Claudia nicht nur eine Tierretterin – sie ist ihre Künstlerin, ihre Fürsprecherin und ihre Stimme. Von ihren farbenfrohen Knotty Paws-Kreationen bis hin zu der zärtlichen, geduldigen Liebe, die sie traumatisierten Hunden wie Lucky schenkt, ist Claudias Welt von Sinnhaftigkeit, Verspieltheit und einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn geprägt.

Im Herzen Lehrerin, Musikerin und Schöpferin, verbindet sie Bohème-Flair mit dem Drang zu heilen, zu beschützen und zu ermutigen. Ob sie Halsbänder in Neon-lila entwirft oder hexenhafte Namen für rottweiler-farbene Chihuahuas erfindet, Claudia lebt an der Schnittstelle von Kreativität und Fürsorge – und jeder Faden, den sie knüpft, birgt das Versprechen einer besseren Welt für die Stimmlosen.

Vorwort

In allen Winkeln der Welt hallt leises und flüchtiges Flüstern durch längst vergessene Wälder und allzu oft gebrochene Herzen. „Das Flüstern des vergessenen Hains“ ist aus einem solchen Echo geboren, einem Murmeln, getragen von Wind, Pfoten und Zielstrebigkeit. Diese Geschichte ist nicht bloße Fantasie; sie ist eine Hommage an das Überleben, an zweite Chancen und an die wilde Magie, die in den kleinsten Wächtern wohnt.

Die Reise folgt drei ungewöhnlichen Helden – Ash, Onyx und Morgana – Chihuahuas in den Farben der Krieger, deren Seelen von Schatten, Sternenlicht und einer Bindung geformt werden, die stärker ist als Angst. Sie wandeln auf Pfaden, die vor gewöhnlichen Augen verborgen sind, durch Haine, in denen uralte Wurzeln an die Namen der Verlorenen erinnern und wo selbst die Stille Geheimnisse birgt.

Diese Geschichte ist für alle, die an die Weisheit der Tiere, die heilende Kraft des Vertrauens und die unerschütterliche Wahrheit glauben, dass Liebe – wenn sie den Gebrochenen geschenkt wird – die Welt erwecken kann.

Tritt behutsam auf, lieber Leser, und hör genau hin.

Der Wald erinnert sich.

Manche Geschichten sind nicht mit Tinte geschrieben, sondern mit Fußspuren im Tau, Schatten im Mondlicht und dem zitternden Vertrauen eines einst vergessenen Geschöpfs.

„Geflüster des Vergessenen Hains“ war nie nur eine Geschichte. Es war ein Gefühl – ein Flackern im Dunkeln, als ein kleiner Herzschlag beschloss, wieder zu glauben. Geboren aus meinem Leben unter den Stimmlosen und den Mutigen, begann diese Geschichte nicht auf den Seiten eines Buches, sondern in den Augen eines Hundes, der allen Grund hatte, nicht zu vertrauen – und es dennoch tat.

Ash, Onyx und Morgana sind mehr als nur Charaktere. Sie sind Fragmente von Wahrheit und Geist, geformt von den vielen Tieren, die ich geliebt, geheilt und manchmal verloren habe. Jeder von ihnen trägt die Farbe der Stärke – schwarz und rostrot wie Rottweiler, klein von Statur, aber gewaltig von Zielstrebigkeit. Sie sind Beschützer vergessener Orte und gebrochener Herzen, Wächter eines Waldes, in dem Magie an jede Seele erinnert, die von der Landkarte verschwunden ist.

Dieses Buch ist für diejenigen, die die Welt anders empfinden. Für alle, die mit Tieren sprechen oder es sich wünschen.
Für alle, die schon einmal das leise Flüstern von etwas Uraltem gehört haben, das sie nach Hause ruft.

Der Vergessene Hain ist real, wenn du daran glaubst.
Und die Magie in deinem Herzen auch.

Lass uns ihn gemeinsam beschreiten – sanft und voller Staunen.

Claudia Ulm
Tierretterin. Schöpferin. Künstlerin. Geschichtenerzählerin.
Für immer eine Freundin der Wildnis!

Das Flüstern Im Brombeerwald

Das Flüstern im Brombeerwald

Tief im Vergessenen Hain hing der Mond tief und weit wie eine silberne Laterne und warf geisterhaftes Licht durch das verworrene Blätterdach. Ash, dessen Fell im Glutlicht schimmerte, hob die Nase in den Wind. Da war es wieder – ein Flüstern. Kein Wind. Kein Vogel. Eine Botschaft.

„Morgana“, murmelte er.

Sie war bereits aufmerksam, ihre Ohren zuckten in Richtung des dunklen Ostens. „Der Schleier wird dünner“, sagte sie. „Etwas regt sich dahinter.“

Onyx trat aus dem Schatten eines uralten Baumstumpfes, seine Gegenwart stumm, wie Stein, der schon immer da gewesen war.

Das Flüstern wurde zu einer Brise und die Brise zu einem Rätsel:

„Wenn die Zeit den Namen des Lichts vergisst,
und der Schatten sich durch Rinde und Verderben kratzt,
sucht den Baum mit dem hohlen Herzen –
denn dort wird der Hain zerfallen.“

Die drei Vertrauten tauschten einen Blick. Dies war keine gewöhnliche Nacht.

Morgana führte sie mit Augen wie Laternen an, Ash folgte mit warmen, festen Schritten, und Onyx bewachte die Nachhut, still wie ein Mythos – sie betraten den Brombeerwald.

Dahinter wartete etwas Uraltes.
Etwas Hungriges.
Und der Hain, von den Menschen vergessen, würde bald von etwas viel Schlimmerem in Erinnerung bleiben.

„Das Flüstern des vergessenen Hains“
Eine Geschichte von drei Vertrauten, einem zerbröckelnden Schleier und einer Magie, älter als die Erinnerung.

📖 Das Flüstern des vergessenen Hains

Eine mystische Vertrauten-Saga

Übersicht

Der Hain erinnert sich – Der Ursprung des Vergessenen Hains und die uralte Verbindung, die er einst mit der magischen Welt hatte.

Kapitel 1: Das Flüstern im Brombeerwald ✅

Kapitel 2: Der Herzhohlbaum – Die Vertrauten entdecken den im Rätsel erwähnten Baum, und was in ihm lauert, verändert alles.

Kapitel 3: Der knochengezeichnete Fremde – Eine mysteriöse Kreatur betritt den Hain und behauptet, ein Wächter zu sein … doch nicht alle Wächter sind gütig.

Kapitel 4: Ashs Flamme der Erinnerung – Ash wird in eine Vision der Vergangenheit hineingezogen, die den Schlüssel zur schwindenden Magie des Hains birgt.

Kapitel 5: Morganas Mondwache – Ein himmlisches Ereignis beginnt, die Barriere zwischen den Reichen zu durchbrechen. Morgana muss eine unmögliche Entscheidung treffen.

Kapitel 6: Onyx und der vergrabene Eid – Onyx’ stille Stärke wird von einer Macht aus den Tiefen der Erde auf die Probe gestellt.

Kapitel 7: Der gespaltene Hain – Magie gerät außer Kontrolle. Freund wendet sich gegen Freund. Der Hain selbst beginnt zu erwachen.

Letztes Kapitel: Der letzte Zauber der Vertrauten – Das Trio muss seine Bindung – nicht seine Macht – nutzen, um über das Schicksal seiner Welt zu entscheiden.

Prolog: Der Hain erinnert sich

Bevor die Zeit Namen trug und Zauber Regeln hatten,
atmete ein heiliger Hain unter dem Mond.
Dort flackerte die Erste Flamme, stand der Erste Stein,
und der Schleier zwischen den Reichen flatterte wie Seide.
Doch selbst uralte Magie vergisst … bis sie gerufen wird.

Kapitel 1: Das Flüstern im Brombeerwald

Ein Rätsel liegt im Wind.
Ash hört es. Morgana spürt es. Onyx steht Wache.
Etwas regt sich in den Schatten.

Eine Reise beginnt – nicht in die Ferne, sondern ins Schicksal.

Kapitel 2: Der Baum mit dem hohlen Herzen

Im vergessenen Rücken des Waldes wächst ein Baum hohl, doch er trägt einen Puls.

In seinem Inneren schlummert ein Geheimnis –
und etwas Dunkleres lauscht.

Kapitel 3: Der knochengeprägte Fremde

Er kommt mit Geschichten, die in Narben geätzt sind,
einer Stimme wie der Winter und Augen, die zu alt sind, um ihnen zu trauen.

Er behauptet, ihre Namen zu kennen …
aber er weiß auch noch etwas anderes: ihren Zweck.

Kapitel 4: Ashs Flamme der Erinnerung

Das Feuer flackert mit Echos dessen, was einst war.
Ash begibt sich in die Vergangenheit,
wo Liebe brannte, Verrat blühte,
und die Welt beinahe unterging.

Kapitel 5: Morganas Mondwache

Der Schleier lichtet sich unter dem aufgehenden Blutmond.
Morgana sieht, was nicht gesehen werden sollte –
Wahrheiten, verborgen im Sternenlicht, und Zukünfte, gebunden an Verlust.
Sie muss sich entscheiden: Treue … oder Warnung.

Kapitel 6: Onyx und der vergrabene Eid

In der Erde findet er Stille.
In der Stille findet er Macht.
Doch etwas Uraltes regt sich unter der Erde –
ein gebrochenes Versprechen, ein erwachter Wächter.

Kapitel 7: Der gespaltene Hain

Magie zersplittert. Geister erheben sich.
Die Vertrauten müssen sich einander stellen,
während der Hain entscheidet, wer würdig ist zu bleiben.

Letztes Kapitel: Der letzte Zauber der Vertrauten

Nicht Flamme, nicht Stein, nicht wachsames Auge –
sondern Vertrauen. Das ist der letzte Zauber. Einer wird fallen. Einer wird aufstehen. Und der Hain wird sie nie wieder vergessen.

🌕 Prolog: Der Hain erinnert sich

Es gibt einen Ort, den keine Karte verzeichnen kann.

Ein Tal jenseits der Zeit, eingehüllt in Wurzeln und Schatten, wo die Luft nach Erinnerung riecht und Mondlicht zwischen den Blättern summt.

Der vergessene Hain.

Er ist weder von den Bäumen noch vom Wind vergessen, noch von den silberäugigen Eulen, die nicht blinzeln.

Er ist vergessen von der Welt, die sich einst von seiner Magie ernährte – einer Welt, die Zähne und Hunger entwickelte und das Zuhören vergaß.

Vor dem Vergessen war der Hain auf eine Weise lebendig, die das Auge nicht sehen kann.

Er pulsierte.

Er flüsterte.

Er beobachtete.

Lange bevor Zaubersprüche in Büchern niedergeschrieben oder in Stein gemeißelt wurden, barg der Hain eine unverarbeitete und ungebundene Magie – einen lebendigen Atem, der nur dem Gleichgewicht diente.

Und um dieses Gleichgewicht zu bewahren, rief der Hain seine Vertrauten herbei.

Keine mächtigen Wölfe oder geflügelten Drachen, wie die Geschichten erzählen mögen.
Aber Kreaturen, klein genug, um durch die Risse der Zeit zu schlüpfen.

Augen weit genug, um zu sehen, was Götter übersehen.

Herzen wild genug, um Magie zu tragen, die nicht für Sterbliche geschaffen ist.

Die Flamme.

Der Stein.

Der Wächter.

Drei gebundene Geister, in Fell und Feuerschein gehüllt, nicht aus Blut, sondern aus einer Bestimmung geboren.

Sie würden schlafen, wie der Hain schlief.

Und wenn der Hain sich wieder regte – unter einem Mond, der sich erinnerte – würden sie wieder auferstehen.

Irgendwo bewegte sich eine Wurzel. Ein Wind seufzte. Ein Schleier zitterte.

Der Hain erinnerte sich.
Und sie auch.

🌲 Kapitel 1: Das Flüstern im Brombeerwald

Die Nacht hatte sich wie Samt über den Vergessenen Hain gelegt, erfüllt vom Duft von Moos und alter Rinde. Der Mond, blass und tief, tauchte die Welt in Silber, als erinnerte auch er sich an etwas Heiliges. Irgendwo zwischen den Wurzeln alter Bäume und dem Rascheln unsichtbarer Pfoten atmete der Hain.

Ash saß am Rand der Lichtung, mit einer Flammenspitze versehen, um das Mondlicht in sanftem Schimmer einzufangen. Seine Ohren zuckten einmal – dann noch einmal. Da. Wieder das Geräusch.

Kein Vogel. Kein Windhauch.

Ein Flüstern.

Langsam erhob er sich, seine Schritte leicht und präzise, ​​als könnte der Boden unter der Last von weniger Vorsicht zerbrechen. Hinter ihm, in der Nähe eines Flecks biolumineszierender Pilze, lauschte Morgana bereits. Ihre Augen, hell wie Sternenlicht und doppelt so scharf, fixierten die Dunkelheit hinter den Bäumen.

„Es spricht wieder“, sagte sie, ohne sich umzudrehen.

Ash nickte. „Dieselben Worte?“
„Nein“, murmelte sie. „Heute Nacht ist es klarer.“

In der darauffolgenden Stille hallte ein leises Knirschen wider – Moos gab unter langsamen, schweren Schritten nach. Aus der Dunkelheit tauchte Onyx auf. Sein Obsidian Mantel schimmerte schwach, wie ein von Gedanken geformter Schatten. Er sagte nichts, doch sein Blick traf Morganas und hielt ihn.

Sie blinzelte einmal zur Antwort.

Zustimmung. Bereitschaft.

Dann erklang das Flüstern erneut – lauter nun, sich durch das Gestrüpp windend wie ein Lebewesen:

„Wenn die Zeit den Namen des Lichts vergisst,
und Schatten sich durch Rinde und Verderben kratzt,
sucht den Baum mit dem hohlen Herzen –
denn dort wird der Hain zerfallen.“

Eine Stille, dick wie Winterfell, lag über ihnen.

Ash war der Erste, der sich bewegte, schritt den Kreis ein-, zweimal ab, den feuerfarbenen Schwanz gesenkt. „Es ruft uns“, sagte er. „Nicht nur eine Warnung. Es kennt uns.“

Onyx trat näher an das Echo des Rätsels heran, seine Nase zuckte. „Das ist alte Magie“, sagte er schließlich mit leiser, rauer Stimme, die selten sprach. „Älter als die Stille des Hains.“

Morgana rührte sich nicht. „Der Hohle Herzbaum … er ist real. Ich habe ihn einmal gesehen, in einem Traum. Dort, wo der Himmel unter die Erde fällt. Die Wurzeln reichen tiefer als der Tod.“

Ashs Augen verengten sich. „Dann gehen wir dorthin.“

Morgana stand schließlich da, glatt und still. „Der Hain regt sich. Wenn wir warten, finden wir nur Asche.“

Onyx gab ein leises, zustimmendes Summen von sich. Und damit begannen sie.

Gemeinsam traten sie über den Rand des Brombeerwalds hinaus, wo das Sonnenlicht je hinreichte, in einen Wald aus Schatten, Geheimnissen und Liedern, die die Welt vergessen hatte. Der Weg erleuchtete sie nicht. Der Hain war kein sanfter Führer.

Aber er lebte.
Und es wurde gerufen.

Weit hinter ihnen wand sich eine Ranke um einen Stein, der sich seit Jahrhunderten nicht bewegt hatte. Sie pulsierte einmal – grün, golden, dann schwarz.

Die Geschichte hatte begonnen!

🌳 Kapitel 2: Der Herz-Baum

Der Pfad in den Brombeerwald hieß sie nicht willkommen – er beobachtete sie.

Dornen krümmten sich wie Krallen. Moos klebte an ihren Pfoten mit der kalten Klebrigkeit vergessener Dinge. Jeder Schritt der Vertrauten wurde von zu dichter, zu bedächtiger Stille begleitet. Einer Stille, die nicht zufällig entstand.

Ash führte sie instinktiv – Nase tief, Ohren aufgestellt – angezogen von etwas, das knapp jenseits der Sinneswahrnehmung pulsierte. Morgana schritt wachsam an seiner Seite, ihr Atem fast lautlos. Hinter ihnen war Onyx ein Schatten unter Schatten, verschmolz mit jeder Rinden- und Wurzelwindung.

Nach einer gefühlten Ewigkeit veränderte sich der Wald. Die Luft wurde schwerer. Die Bäume standen nicht mehr – sie ragten auf. Und dann, vor ihnen …

Erschien es.

Eine Lichtung wie ein Hauch.

Und in ihrem Herzen ein einzelner, hoch aufragender Baum – gewaltig und in seiner Mitte zerklüftet wie eine in der Zeit eingefrorene Blitzwunde.

Der Herzhohlbaum.

Seine Rinde war geschwärzt, mit schwach leuchtenden Runen überzogen. Der Stamm klaffte in einer großen, dunklen Spalte, breit genug, dass ein ausgewachsener Hirsch hindurchsteigen konnte, und doch lebte er noch – schwach pulsierend, wie ein schlagendes Herz, das versucht, sich an seinen Rhythmus zu erinnern.

Morganas Stimme war ein Flüstern. „Das ist es. Aus meinem Traum.“
Ashs flammenbefleckte Augen verengten sich. „Es fühlt sich … beobachtet an. Nicht von außen – Von innen.“
Onyx trat vor, die Nase dicht am Boden. „Hier hat sich etwas bewegt. Vor Kurzem.“

Die drei näherten sich langsam, die Pfoten weich auf dem uralten Boden.

Als sie den Fuß des Baumes erreichten, begannen die Runen zu leuchten – heller, drängender. Nicht einladend. Warnend.

Aus der Höhle drang ein Geräusch: kein Knurren, keine Stimme.
So etwas wie ein Schrei aus der Erinnerung.

Ash zuckte zusammen. Morgana knurrte leise.
Onyx rührte sich nicht.

Dann kam das Flüstern erneut – nicht vom Wind, sondern vom Baum selbst:

„Du bist Flamme, Stein und Schleier.
Doch man muss fallen.
Man muss sich öffnen.
Und man muss sich erinnern.“

Die Runen entzündeten sich.

Die Welt geriet ins Wanken.

Die Lichtung löste sich auf.

🌒 Sie waren im Baum.

Die Höhle war eine Welt für sich – ihre Innenwände waren mit Symbolen verziert, älter als die Sprache, blau-weiß leuchtend. Die Luft war schwer von Erinnerungen. Nicht von ihnen. Von denen des Hains.

Ash keuchte. Der Baum zeigte ihm etwas – brennende Städte, zerbrochene Zauber, zu Knochen gewordene Vertraute. Ein vergessener Krieg. Ein Verrat, der nie benannt wurde.

Morgana taumelte, ihre Sicht verschwamm in Schatten – sie selbst, durchbohrt vom Mondlicht. Eine Klinge aus Kummer. Onyx stand mit versteinerter Miene über ihrer gefallenen Gestalt.

Onyx sah nichts. Fühlte nur.

Gewicht.

So viel Gewicht.

Als ob der Baum ihn bat, etwas Unerträgliches zu tragen.

Und dann hielt er inne.

Die Runen verblassten. Die Visionen verschwanden. Die Höhle wurde still.

Ash schüttelte den Kopf, sein Atem stockte. „Was war das?“
„Eine Prüfung“, antwortete Morgana. „Oder eine Warnung.“
Onyx sagte nichts. Er wandte sich nur einer einzelnen Rune an der Wand zu, die noch schwach leuchtete.

Eine Spirale.

Nicht gezeichnet, sondern in Kratzspuren geätzt.

Er legte seine Pfote darauf.

Der Baum seufzte. Ein leiser, knarrender Atemzug. Der Boden bebte … und spaltete sich dann unter ihnen.

Sie fielen –

Durch Wurzeln, Fels und Licht –
In etwas Gewaltiges, Atmendes und Uraltes.

Der Hain war nicht nur lebendig.
Er wartete.

🐾 Kapitel 3: Der knochenmarkierte Fremde

Sie fielen durch Wurzeln wie Tunnel, Erde wie Nebel und Zeit wie Wasser. Dann, mit einem dumpfen Schlag, zu sanft für die Höhe, aus der sie gefallen waren, landeten sie.

Ash stand als Erster da, die flammend glänzenden Augen suchten die Dunkelheit ab. Morgana landete sanft neben ihm, die Ohren zuckten, bereits wachsam. Onyx erhob sich als Letzter – unerschütterlich, still wie Stein.

Sie waren jetzt unter dem Wald.

Keine Höhle. Keine Mulde. Eine Grabkammer.

In die Wände gehauen waren Gestalten – Vertraute, Dutzende von ihnen. Eulen, Füchse, Wölfe, Katzen … und noch seltsamere, deren Augen in leuchtenden Steinen wiedergegeben waren. Runen wanden sich um ihre Gestalten wie Gebete oder Warnungen.

Morgana sprach zuerst. „Das waren die Alten.“

Ash nickte. „Der erste Kreis der Vertrauten.“

Onyx trat vor. „Wo sind dann ihre Knochen?“

In diesem Moment ertönte das Geräusch.

Ein Schleifen.

Krallen auf Stein.

Die drei verstummten, die Augen auf das andere Ende der Kammer gerichtet – wo etwas aus einem Schatten auftauchte, der zu dunkel war, um natürlich zu sein.

Es hatte die Form eines Fuchses, war aber größer. Mager. Bedeckt von fleckigem Fell mit knochenartigen Mustern, die in seine Flanken eingebrannt waren. Ein Auge glühte silbern. Das andere war eine Rauchhöhle.

Es lächelte ohne Wärme.

„Ah“, sagte es mit einer Stimme wie knackende Rinde unter Frost. „Also erinnert sich der Hain auch an dich.“

Ash trat vor, nicht mutig, aber bestimmt. „Wer bist du?“
Die Kreatur neigte den Kopf. „Einst hieß ich Hohlschwanz. Vertraut einem Kriegsmagier. Gebunden durch Blut und Klinge. Ich bin hier gestorben … größtenteils.“

Onyx senkte seinen Körper, die Muskeln angespannt. Morganas Stimme klang scharf. „Du wurdest mit den anderen begraben. Warum atmest du noch?“

„Ich erinnere mich an das, was sie vergessen wollten“, krächzte Hohlschwanz. „Der Schleier bricht. Nicht wegen der Zeit … sondern wegen Verrats.“

Ashs flammendes Fell flackerte warnend. „Welcher Verrat?“
Der Fremde lachte – trocken, spröde, hasserfüllt.

„Du wirst es sehen. Wenn die Wurzeln verrotten und deine Namen neben meinen eingemeißelt sind.“

Morgana trat näher, die Augen zusammengekniffen. „Was willst du?“

Das silberne Auge richtete sich auf sie. „Ich will, dass der Hain die Wahrheit sagt. Ich will, dass die Welt sich daran erinnert, was er uns angetan hat.“

Damit zuckte Hollowtails Körper – einmal, dann verschwand er blitzschnell, sein rauchiges Auge kräuselte sich durch Risse in den Wänden.

Stille kehrte ein.

Doch die Kammer fühlte sich jetzt kälter an. Kleiner.

Ash atmete aus. „Das war keine Drohung. Das war ein Versprechen.“
Morgana starrte auf die Wand, an der Hollowtail verschwunden war. „Und ein Hinweis. Er will, dass wir die Lüge finden.“ Onyx wandte sich einem kleinen Runenkreis zu, der dort aufleuchtete, wo einst Hohlschweif gestanden hatte. „Dann fangen wir hier an.“

Er drückte eine Pfote gegen den Stein.

Die Kammer grollte.

Von oben durchbohrte ein grüner Lichtstrahl die Erde. Wurzeln krümmten sich wie Finger. Der Hain selbst öffnete einen Weg.

Diesmal nicht nach unten, sondern nach oben.

Auf etwas zu, das im lebendigen Wald vergraben war.

Oben hatte etwas begonnen zu graben. Kein Lebewesen. Eine Erinnerung.
Es krallte sich in die Gegenwart.

🔥 Kapitel 4: Ashs Erinnerungsflamme

Sie erhoben sich auf einer Säule aus Licht und Wurzeln, erhoben sich aus der Knochenkammer wie eine Erinnerung, die tief unter der Erde aufstieg.

Der Wald begrüßte sie erneut, aber er hatte sich verändert.

Die Farben waren satter. Die Luft dichter. Die Bäume … wachsam.

Ash betrat das Moos, und ein Anflug von Unbehagen lief ihm über den Rücken. Etwas in ihm regte sich – sanft, schmerzhaft, wie ein halb vergessenes Schlaflied, durchzogen von Feuer.

Onyx trottete voran, sein Blick scharf wie eh und je, und suchte nach Bewegung.

Morgana hielt inne. „Der Hain lauscht wieder.“

Ash antwortete nicht. Er konnte nicht.
Die Wärme in seiner Brust wuchs – breitete sich bis zu seinen Pfoten aus, stieg hinter seinen Augen auf. Kein Schmerz. Nicht ganz. Etwas Älteres. Als hätte etwas in ihm auf genau diesen Moment gewartet.

Dann kam der Funke.

Ein Aufflackern der Erinnerung.

🌒 Er war nicht mehr im Wald.

Er stand auf einem Schlachtfeld, obwohl keine Schlacht tobte. Asche schwebte durch die Luft, weich wie Schnee. Verkohlter Boden breitete sich in alle Richtungen aus. Und mittendrin – ein gewaltiger Baum, in Flammen, lautlos schreiend. Ash trat vor. Seine Pfoten versanken nicht in Asche, sondern in Zeit. Jeder Schritt trug ihn durch vergessene Momente. Er sah sich selbst – nicht so, wie er jetzt war, sondern älter, oder vielleicht früher. Neben einem verhüllten Magier mit Augen wie Stürmen. Ein Band schimmerte zwischen ihnen, golden und lebendig. Dann ein Schrei – ein Verrat. Zauber flammten auf. Schreie erklangen. Feuer ergoss sich in den Himmel. Er drehte sich um – und sah den Magier fallen. Er sah sich selbst, wütend und brennend, eine Flamme heraufbeschwören, so uralt, dass selbst der Hain weinte. Das Schlachtfeld brannte. Vertraute starben. Die Magie zerbrach. Und als die Flamme erlosch … verstummte der Hain für Jahrhunderte.

Ash stolperte rückwärts – in die Gegenwart, ins Jetzt – keuchend. Morgana eilte zu ihm und stützte ihn mit ihrem.

„Was hast du gesehen?“, flüsterte sie.

Ash sah sie an, die Augen vor Trauer und Staunen geweitet. „Ich war dort. Vorher. Im Ersten Krieg. Ich erinnere mich jetzt daran. Das Feuer … gehörte mir.“

Onyx trat neben sie. „Du hast den Schleier zerrissen?“

Ash schüttelte langsam den Kopf. „Nein. Ich habe versucht, ihn zu versiegeln. Es ist mir nicht gelungen. Aber jemand … jemand anderes hat ihn wieder geöffnet. Vor Kurzem.“

Morganas Ohren zuckten. „Hohlschwanz?“

„Nein“, sagte Ash. „Jemand Mächtigeres. Jemand Lebendiges.“

Hinter ihnen knarrten die Bäume – ein neuer Pfad entfaltete sich, glitschig vom Morgentau, obwohl die Sonne noch nicht aufgegangen war.

An seinem Ende: ein Hügel, gekrönt von uralten Steinen. Und in seiner Mitte brannte eine Kohlenpfanne mit blauen Flammen.

Ash starrte. „Diese Flamme. Sie gehört mir.“

Morgana nickte. „Dann ist es Zeit, sie zurückzuerobern.“

Gemeinsam kletterten sie hinauf.

Über ihnen beobachtete ein Gesicht aus den Ästen – lächelnd mit viel zu langen Zähnen.

Der Verräter war wach.

Und der Hain würde erneut brennen.

🌕 Kapitel 5: Morganas Mondwache

Sie standen auf dem Gipfel des Hügels. In der Mitte flackerte die blaue Flamme wie ein Herzschlag in der Luft. Die Steine ​​um sie herum summten leise und warfen zerbrochene Schatten, die sich ohne Wind bewegten.

Ash trat nah an die Flamme heran, doch Morgana sprach zuerst.

„Heute Nacht ist keine normale Nacht“, sagte sie leise.

Die anderen blickten auf.

Der Mond war aufgegangen – voll, riesig, aber nicht weiß. Er war purpurrot. Ein Blutmond.

Und er sah ihnen zu.

Morgana wandte ihr Gesicht ihm zu. Die Welt verblasste. Ihr Atem stockte.

Und der Schleier öffnete sich.

🌙 Sie stand auf einem hohen Gipfel, weit über dem Hain.

Unter ihr schimmerte der Wald im Mondlicht, magische Adern leuchteten wie Flüsse aus Sternenlicht. Doch da war noch etwas – Risse. Winzige, pulsierende Spalten im Gefüge der Welt.

Jede war eine Wunde.

Jede einzelne blutete silbernes Licht.

Und in den Zwischenräumen dieser Risse … Augen. Tausende. Sie beobachteten.

Warteten.

Der Schleier war dünn geworden.

Eine Stimme erklang, sanft wie Nebel:

„Jetzt siehst du. Der Hain ist nicht mehr ganz.

Etwas zerreißt ihn.

Nicht von außen …
sondern von innen.“

Morgana drehte sich um und sah sich selbst – eine andere Version, umhüllt von dunklen Ranken, die Augen weiß vor Macht.

„Du wirst eine Wahl haben“, flüsterte die Vision.

„Die Wahrheit zu schützen … oder sie zu enthüllen.

Den Hain zu beschützen … oder ihn zu befreien.
Ihr könnt nicht beides.“

Dann teilte sich der rote Mond in drei Teile.

Flamme. Stein. Schleier.

Die drei schwebten am Himmel wie eine Dreifaltigkeit des Schicksals.

Und einer begann zu fallen.

Morgana keuchte, ihr Geist prallte zurück in ihren Körper.

Sie stolperte, ihre Pfoten zitterten.

Ash stützte sie. „Was hast du gesehen?“

Sie sah ihn an, und zum ersten Mal zitterte ihre Stimme.

„Keine Zukunft“, sagte sie. „Eine Entscheidung.“

Onyx stand vollkommen reglos da. „Wessen?“

Morganas Augen richteten sich auf den Mond – nun trüb, aber immer noch rot.

„Unserer.“

Hinter ihnen, tief in den Bäumen, heulte etwas.

Kein Wolf. Kein Fuchs. Etwas Älteres.

Die Risse in der Welt hatten ihre Vision gehört.

Und sie hatten begonnen zu antworten.

🪨 Kapitel 6: Onyx und der vergrabene Eid

Schweigend stiegen sie vom mondbeschienenen Hügel hinab. Morgana verfolgte noch immer ihre Vision, Ash war ungewöhnlich still, als wäge er das Feuer in seiner Brust.

Onyx ging hinter ihnen, wie immer. Doch seine Gedanken schweiften nicht mehr ab.

Sie führten.

Der Wald öffnete sich ihm wie nie zuvor – die Geräusche waren klarer, der Boden weicher, als würde er ihn erkennen. Ihn willkommen heißen.

Er war nicht aus Feuer geboren.

Nicht von einer Prophezeiung angezogen.

Er war platziert.

Für diesen Moment.

Der Hain wusste es.

Und nun wusste er es auch.

Sie erreichten eine weite Lichtung, die von einem Ring moosbedeckter Steine ​​markiert war. In der Mitte war der Boden zu einem flachen Becken eingestürzt, in dem sich dicke Wurzeln wie die Adern eines uralten Herzens windeten.

Onyx trat zuerst vor.

Ash öffnete den Mund, um ihn aufzuhalten – doch er hielt inne. Onyx’ Blick war unlesbar.

Still.

Gewiss.

Morgana flüsterte: „Er wird gerufen.“

Onyx legte eine Pfote auf den Steinring.

Der Boden spaltete sich.

Nicht vor Gewalt – sondern vor Erinnerung.

🌑 Die Erde verschluckte ihn.

Er fiel in eine Kammer – rund, still und riesig. Die Wände bestanden aus Erde und Stein, doch sie schimmerten wie Sterne, gefangen unter der Oberfläche der Welt.

In der Mitte stand ein Podest.

Darauf: ein Halsband.

Alt. Rissig. Aus schwarzem Metall, verwoben mit Wurzeln, die sich in Silber verwandelt hatten. Runen schlängelten sich um seinen Rand wie ein vergessenes Lied.

Onyx näherte sich langsam.

Er erinnerte sich nicht an diesen Ort.

Aber sein Körper schon.

Er berührte das Halsband.

Die Kammer erleuchtete sich in einer Vision:

Er war kein Welpe. Er war ein Wächter – auserwählt, geformt vom Hain selbst.

Verbunden mit einem Wesen nicht aus Blut, sondern aus Stein und Stille – einer Druidenkönigin ohne Namen, nur aus Pflicht. Gemeinsam hatten sie die Grenzen zwischen Magie und Sterblichkeit überschritten, und als der Krieg ausbrach, war sie gestorben, um das Herz des Hains zu beschützen.

Und Onyx … hatte die Wahrheit mit ihr begraben.

Ein in der Erde versiegelter Schwur: Niemals wieder aufzuerstehen, es sei denn, der Hain selbst starb.

Seitdem hatte er sich in Schweigen vergraben.

Bis jetzt.

Die Vision verblasste.

Onyx richtete sich auf.

Er legte sich das Halsband um.

Es schimmerte einmal – und verschwand in seinem Fell.

Er spürte es: nicht Macht, nicht Stolz – Klarheit.

Sein Schweigen war keine Abwesenheit gewesen.
Es war Beobachten gewesen.

Warten.

Erinnern.

Oben regte sich Morgana. „Er kommt zurück.“

Die Wurzeln teilten sich erneut. Onyx tauchte auf – unverändert in seiner Gestalt, aber nicht im Geist. Ash sah ihn mit neuen Augen an. „Was hast du gefunden?“

Onyx antwortete nicht.

Er wandte sich dem Wald zu und sprach – nicht laut, sondern in den Hain hinein:

„Ich erinnere mich an den Eid.“

Und der Hain antwortete.

Der Wind drehte.

Die Vögel verstummten.

In weiter Ferne regte sich etwas unter den Steinen des Schleiers.

Der letzte Wächter war erwacht.

🍂 Kapitel 7: Der geteilte Hain

Die Sonne ging im Vergessenen Hain nie ganz auf.

Sie verweilte hinter dem Blätterdach wie eine Erinnerung – gegenwärtig, aber unerreichbar.

Ash, Morgana und Onyx standen an der ältesten Kreuzung des Hains, wo sich vier Pfade wie Adern von einem steinernen Altar abzweigten, in den eine einzige Glyphe eingraviert war:

Δ – Gleichgewicht.

Doch das Gleichgewicht löste sich auf.

Der Hain hatte begonnen, sich zu verändern.

Bäume flüsterten lauter. Schatten bewegten sich, wenn kein Wind wehte.
Einst friedliche Tiere umkreisten sich nun misstrauisch.
Rituelle Steine ​​knackten. Flüsse schimmerten wie silberne Fäden.
Selbst die Wurzeln schienen sich widersprüchlich zu winden.

Und im Zentrum von allem – dem Hainherzen, dem uralten Kern der Magie – pulsierte Unruhe.

Die Vertrauten standen schweigend da.

Ash konnte die Spannung in der Erde wie einen Trommelschlag spüren.

„Sie spaltet sich“, sagte Morgana.

„Nein“, antwortete Onyx. „Wir trennen uns.“

Ash wandte sich an beide. „Was meint ihr?“

Onyx’ Stimme war ruhig, aber scharf. „Die Visionen. Die Flamme. Der Eid. Der Schleier. Wir wurden zu einem Zweck zurückgebracht – doch jetzt werden wir in drei Richtungen gezogen.“

Ash wandte den Blick ab. „Glaubst du … einer von uns liegt falsch?“

„Ich glaube“, sagte Morgana langsam, „der Hain will, dass wir uns entscheiden.“

Welche Entscheidung?

Der Hain begann zu antworten.

Vom Norden kam Licht – warm, golden, einladend. Ein Weg, getaucht in Erinnerung und Trost.

Ash fühlte sich davon angezogen. „Dieser Weg … er fühlt sich an wie Heilung. Wie Rückkehr.“

Vom Osten kam Schatten – tief, kalt, aber nicht grausam. Ein Weg der Stille und des Wissens.
Onyx’ Ohren zuckten. „Hier verbirgt sich die Wahrheit.“

Von Westen her kam Wind – rauschend, wild, durchzogen von Flüstern und Warnungen.

Morgana trat näher. „Hier lichtet sich der Schleier. Hier lösen sich Geheimnisse.“

Und von Süden … nichts.

Kein Weg.

Nur der Altar.

Eine Wahl.

Sich zu trennen und ihrer Berufung zu folgen.
Oder zusammenzustehen und das Risiko einzugehen, falsch zu liegen.

Ash sah sie beide an.

„Wir wurden als Einheit berufen.“

„Aber wir wurden zu dritt erschaffen“, sagte Onyx.

„Und nur ein Weg kann den Hain retten“, fügte Morgana hinzu.

Das Symbol unter ihnen leuchtete heller – Δ –, als pulsiere es vor Frustration.

„Nein“, flüsterte Ash. „Es fordert uns nicht auf, einen Weg zu wählen. Es fordert uns auf, uns füreinander zu entscheiden.“

Das Licht, der Schatten, der Wind – sie alle pulsierten jetzt stärker, zerrten an ihren Pfoten, ihren Gedanken.

Der Hain bebte. Die Entscheidung musste getroffen werden.

Ash betrat den Altar.

Nicht nach Norden.

Nicht nach Osten.

Nicht nach Westen.

Sondern in die Mitte.

Morgana folgte.

Dann endlich Onyx.

Das Licht verschwand. Der Schatten verblasste. Der Wind legte sich.

Und der Hain flüsterte ein Wort:

„Erinnere dich.“

Dann brach der Boden.

Der Altar spaltete sich.

Und aus seinem Herzen…

erhob sich der Verräter.

🌿 Letztes Kapitel: Der letzte Zauber der Vertrauten

Der Altar brach auf.

Aus seinem zerbrochenen Kern erhob sich eine Gestalt, die nicht durch Fell oder Fleisch gebunden war – nur durch die Erinnerung.

Groß. Veränderlich. Umhüllt von verworrenen Wurzeln und gewundenen Glyphen. Augen wie sterbende Sterne. Ein Mund, zugenäht mit Fäden längst verbotener Magie.

Der Verräter.

Ash trat vor, Feuer loderte in seiner Brust, die Erinnerung an den Krieg erhellte seine Haltung.

Onyx stand wie Stein da, sein Kragen pulsierte nun in blassem Silber – still, standhaft, unerschütterlich.

Morganas Augen glühten im Mondlicht, schleierdünne Macht tanzte über ihren Rücken, ihr Bewusstsein durchdrang jeden Atemzug des Hains.

Der Verräter sprach nicht.

Aber sie hörten ihn – in ihnen.

„Du wurdest geschaffen, um den Hain zu beschützen.
Aber was ist ein Hain, der die Wahrheit vergisst?
Was ist Loyalität, wenn Schweigen zu Fäulnis wird?
Was ist Magie … ohne Wahl?“

Ash knurrte. „Du hast die Zerstörung gewählt.“

„Nein“, flüsterte der Verräter durch Wurzeln und Staub. „Ich habe beschlossen, ihn zu wecken.“

Der Hain um sie herum begann sich zu winden.

Äste verdorrten. Steine ​​spalteten. Wurzeln streckten sich zum Himmel, als wollten sie der Erde entfliehen. Das Gleichgewicht brach zusammen.

Morgana hob ihre Pfote, und drei Symbole erleuchteten den Boden – Flamme, Stein, Schleier – jedes glühte im Rhythmus ihrer Herzen.

„Wir wurden für das Gleichgewicht gerufen“, sagte sie.

„Aber der Hain zerreißt sich selbst“, fügte Onyx hinzu.

Ash trat in die Mitte des Kreises. „Dann bekämpfen wir ihn nicht.“

Er sah die anderen an.

„Wir binden ihn.“

Der Hain wehrte sich.

Der Verräter schlug zu – ein Schrei aus Ranken, Schatten und zersplitterter Magie.

Aber sie hielten stand.

Ash entzündete sich.

Onyx blieb standhaft.

Morgana beobachtete alles.

Gemeinsam sprachen sie den letzten Zauber – nicht mit Worten, sondern in Einigkeit.

Der Hain pulsierte einmal.

Dann noch einmal.

Dann –

Stille.

Eine neue Ruhe.

Nicht leer.

Gehalten.

Der Verräter fiel auf die Knie – verwurzelt, still, nicht länger monströs.

Er wurde zu einem Baum.

Alt. Verdreht. Wunderschön.

Und an seinen Wurzeln wuchs ein neuer Altar.

Drei Glyphen brannten sich sanft in seine Rinde: 🔥 🪨 🌫

Der Hain seufzte.

Nicht vor Erleichterung.

In Frieden.

🌙 Epilog

Die Vertrauten verschwanden nicht.

Sie blieben.

Wächter. Beobachter. Erinnerung und Feuer.

Du siehst sie vielleicht nicht, wenn du durch den Wald gehst …
Aber wenn du Blätter ohne Wind flüstern hörst –
Wenn eine Flamme in einer stillen Nacht flackert –
Wenn ein Schatten zu lange unter einem Baum verweilt –

Du hast den Vergessenen Hain betreten.

Und die Vertrauten beobachten dich.

Noch immer.

Für immer.

Nachwort von Claudia Ulm

Der Vergessene Hain ist, wie viele heilige Orte, nicht wirklich vergessen – er wartet nur.

Wenn du diesen Weg mit Ash, Onyx und Morgana gegangen bist, hast du sein Flüstern bereits gehört: im Rascheln der Farne, im Atem zwischen Angst und Mut, im Echo der Pfoten, die es wagten, hervorzutreten.

Dieses Buch ist eine Hommage an alle, die übersehen, misshandelt oder zum Schweigen gebracht wurden … und an die heilende Kraft der Liebe, der Wahlfamilie und der wilden Magie der Tiere. Es erinnert daran, dass selbst die Kleinsten unter uns uralte Wahrheiten bewahren, verlorenes Licht schützen und Türen zu unsichtbaren Welten öffnen können.

Danke, dass du mit dem Herzen zugehört hast.

Und wenn du dich jemals am Rande eines fremden Waldes befindest …

hör genau zu.

Du bist nicht allein.

Flüstern des Vergessenen Hains
Magie erinnert sich an die Zerbrochenen.

Drei kleine Hunde. Ein uralter Wald. Ein vergessener Krieg zwischen Licht und Stille.

Ash, Onyx und Morgana sind keine gewöhnlichen Chihuahuas. Geprägt vom edlen Rottweiler-Fell und beladen mit fremden Geheimnissen, werden sie vom Schicksal auserwählt, einen Wald voller Erinnerungen und Geheimnisse zu beschützen. Geleitet von Visionen, Schatten und einer vergessenen Melodie reisen sie durch leuchtende Haine, verwunschene Lichtungen und verborgene Reiche, um die Wahrheit über das Verlorene aufzudecken – und warum der Wald sie rief.

„Das Flüstern des vergessenen Hains“ ist eine Geschichte voller Herz, Zauber und wilder Wunder: eine Geschichte über ungewöhnliche Helden, die Macht des Vertrauens und die Magie, die dort verweilt, wo einst Liebe lebte.

– Claudia Ulm

Stimme für die Stimmlosen

Wächter des Vergessenen

Ash, Onyx and Morgana

In einer geheimen Schlucht, wo Mondlicht durch verschlungene Äste fällt, leben drei verzauberte Seelen, winzige Wächter großer Magie!

Ash:

Die Glut der Erinnerung, sprühend wie fallende Asche, warm wie uraltes Feuer. Er lauscht dem Wind und erinnert sich, was die Welt vergessen hat!

Onyx:

Der stille Stein! Still und dunkel wie die tiefe Erde. Er wacht lautlos, ein unsichtbarer Beschützer, schüchtern im Licht, mächtig im Schatten!

Morgana:

Die Wächterin des Schleiers! Klein, scharfsinnig und unendlich aufmerksam, entgeht ihren Augen nichts, ihr Geist bewacht alles. Sie ist feurig, wachsam und lebendig – eine Königin im Kleinen!

Sie sind nicht durch einen Zauber miteinander verbunden, sondern durch Treue, Vertrauen und eine Liebe, die älter ist als die Zeit. Die Flamme, der Stein und der Wächter – Vertraute des vergessenen Hains. Winzig in der Größe – unendlich in der Macht!